Der Verbraucher verliert dadurch jedoch manchmal das Gefühl für den Wert, den Lebensmittel haben sollten. Die billigen Preise kommen unter anderem durch die große Konkurrenz in der Branche zustande: Die Handelsketten und Produzenten müssen sich behaupten. Bei Discountern wie Aldi oder Lidl verzichten die Kunden dann für die niedrigen Preise auf eine große Auswahl und eine attraktive Ladengestaltung.

Saisonal und aus der Region

Gleichzeitig gibt es seit einigen Jahren eine ganz andere Bewegung, die immer stärker wird: Die Kunden wollen Qualität und sie wollen, dass ihre Lebensmittel nachhaltig hergestellt werden. Der Einkauf beim Biohändler, auf dem Wochenmarkt oder direkt ab Hof wird immer beliebter. Dort gibt es vor allem saisonale Produkte, die aus der Region stammen.

Lohnt sich deren Kauf? „Saisonales Obst und Gemüse hat viele Vorteile, ist zum Beispiel frischer, schmeckt oft besser und schont dank kurzer Transportwege die Umwelt“, sagt Gabriele Kaufmann vom aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.  Die Ökotrophologin weist auch darauf hin, dass man mit dem Kauf von regionalen Produkten die regionale Landwirtschaft und damit die heimische Kulturlandschaft unterstützt. „Außerdem sind die Preise oft günstig, da in kurzer Zeit große Mengen auf den Markt kommen.“

Unter 100 Kilometer

Vor allem der Umweltschutz ist ein großer Vorteil von regionalem Obst und Gemüse. Regional ist bislang noch kein geschützter Begriff, er bedeutet in der Saison aber in der Regel, dass die frische Ware meist nicht weiter als etwa 100 Kilometer von dem Ort entfernt angebaut wurde, an dem sie verkauft wird.

Kurze Transportwege sparen nicht nur Kosten, sie sparen auch das klimaschädliche Gas CO2. „Ein Kilogramm peruanischer Spargel verursacht durch den Flugtransportm 28 Mal mehr CO2  als regional erzeugter Spargel“, sagt Gabriele Kaufmann. „Transporte mit dem Flugzeug belasten die Umwelt grundsätzlich am stärksten.“

Umweltfreundlicher sind dagegen Transporte mit Lkw, Bahn oder Schiff. Saisonal zu kaufen ist auch deshalb wichtig, weil die Lagerung von Lebensmitteln ebenfalls Energie verbraucht. Gabriele Kaufmann sagt: „Grundsätzlich gilt: Heimisches Obst und Gemüse ist zur Haupterntezeit immer erste Wahl.“

Mehr Abwechslung

Nicht zuletzt entwickelt man dadurch ein neues Gespür für die Natur und den Verlauf der Jahreszeiten mit ihren Geschenken an die Menschen. So kann man die Produkte besser wertschätzen und nimmt sicher auch den Geschmack intensiver wahr.

Wenn Obst und Gemüse nicht immer verfügbar sind, kommt außerdem mehr Abwechslung auf den Tisch. Über die Zeiten, zu denen bestimmte Obst- und Gemüsesorten verfügbar sind, kann man sich leicht im Saisonkalender des aid informieren.