Herr Müller, bald geht es los: die WM 2014. Wie bereiten Sie sich vor?

Aktuell konzentriere ich mich ganz auf die Ziele, die ich noch mit dem FC Bayern erreichen möchte.

Und die wären?

Ich hoffe natürlich, dass wir nach dem Gewinn der Meisterschaft auch im DFB-Pokal und der Champions League bis zum Schluss um den Titel mitspielen.

Im besten Fall beginnt also meine persönliche Vorbereitung auf die WM direkt nach dem Finale der Champions League am 24. Mai in Lissabon. Haben wir die Saison dann mit dem FC Bayern hoffentlich erfolgreich beendet, gibt’s zum Durchschnaufen erst mal ein paar Tage frei, und dann gilt der Fokus der Nationalmannschaft und der gemeinsamen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Brasilien.

Denn auch da haben wir große Ziele – und wollen möglichst gut vorbereitet nach Südamerika fahren, um den Titel endlich wieder einmal zu holen.

Wie wollen Sie das zusammen mit der Nationalelf erreichen? Gibt es einen konkreten Plan?

Zur Vorbereitung auf dieses Highlight gibt es dann ein Trainingslager und zwei Testländerspiele – gegen Kamerun und Armenien. Und dann geht es nach Brasilien, wo die WM für uns am 16. Juni mit dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal beginnt. Beim Gedanken an die Weltmeisterschaft ist die Vorfreude heute schon riesengroß.

Und ab Juni wird das WM-Gefühlnoch mal zunehmen. Schließlich gibt es für einen Fußballer nichts Größeres, als eine Weltmeisterschaft zu spielen – gerade wenn sie in so einem fußballverrückten Land wie Brasilien stattfindet.

Welche Erwartungen haben Sie?

Klar sind die Erwartungen in Deutschland hoch – genauso wie unsere eigenen: Wir haben eine gute Mannschaft und fahren mit dem Ziel nach Brasilien, Weltmeister zu werden. Aber das wollen andere Mannschaften auch. Um das ganz große Ziel zu erreichen, braucht man im Turnierverlauf auch etwas Glück.

Was erhoffen Sie sich persönlich von der WM?

Ich möchte natürlich ein gutes, erfolgreiches Turnier spielen und mit der deutschen Mannschaft so lange wie möglich dabeibleiben. Insgesamt erwarte ich ein großartiges Turnier: In Brasilien wird sicherlich eine Riesenstimmung sein.

Ich bin sehr gespannt auf das Land, die großartige Atmosphäre in den Stadien und die unbeschreibliche Fußballbegeisterung, von der mir Rafinha und Dante immer vorschwärmen. Aber selbstverständlich hoffe ich auch, dass es wieder in Deutschland eine Fußballeuphorie gibt, die wir bis nach Brasilien spüren werden.

Fußball & BBQ – das zweite Thema dieser Ausgabe dreht sich ums Grillen. Sind Sie ein Grillweltmeister?

Es ist schwer, über sich selbst zu sprechen, am besten können das wohl mein Gäste beantworten (lacht). Als Grillweltmeister würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich bin auch kein Anfänger – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Sagen wir, ich bin ein ambitionierter und talentierter Grillmeister.

Ich grille einfach sehr gern und entwickle auch mein Grill-Know-how so ständig weiter. Ich lade gern mal zum Grillen ein und habe dann einfach Spaß in einer netten, lockeren Runde. Und als Gastgeber versuche ich dann natürlich, das Bestmögliche herauszuholen. Ich freue mich, wenn die Gäste gehen und sagen: „Wow, das hat mal richtig gut geschmeckt.“

Grillen Sie auch mit Ihren Mitspielern?

Gemeinsam mit Mannschaftskollegen grille ich eher selten. Das liegt auch daran, dass ich die Jungs fast täglich auf dem Fußballplatz sehe und wir im Laufe einer Saison sehr viel Zeit miteinander verbringen. In der Freizeit ist es dann auch mal ganz gut, abzuschalten und ein paar andere Leute außerhalb der Mannschaft zu treffen.

Was bedeutet für Sie Grillen?

Grillen ist für mich die perfekte Kombination aus Entspannung, gutem Essen und Spaß: Deshalb genieße ich es auch immer sehr, gemeinsam mit Freunden und der Familie zu grillen, Zeit zu verbringen und dabei etwas Leckeres zu essen. Dabei ist es auch egal, wo man sich trifft – ob zu Hause im Garten, bei Freunden oder beispielsweise bei meinen Eltern in Pähl.

Was zählt, ist, dass es allen Spaß macht und schmeckt. Und natürlich ist auch die WM für alle Fußballfans ein toller Anlass, um sich im Sommer zum Grillen zu treffen, Fußball zu schauen und gemeinsam zu feiern. Wir werden in Brasilien unser Bestes geben, dass es dazu möglichst oft die Gelegenheit gibt.

Wann, wie und wo grillen Sie?

Wir haben als Profifußballer natürlich nicht den klassischen Alltagsrhythmus – gerade auch, da wir häufig am Wochenende oder unter der Woche spielen. Deshalb gibt es für mich nicht den einen Tag, beispielsweise Samstagnachmittag, an dem ich regelmäßig grille. Generell bin ich auch beim Thema BBQ eher der spontane Typ und grille, wenn ich Lust und Zeit habe – meistens im kleinen Kreis zu Hause.

Wie sieht ein perfekter Grillnachmittag für Sie aus?

Die Hauptzutaten für einen perfekten Grill-Event sind für mich viel Zeit, nette Menschen, interessante Gespräche und schönes Wetter. Darüber hinaus sollte natürlich auch die Qualität der Lebensmittel stimmen, die auf den Grill kommen. Und auch Abwechslung auf dem Rost ist für mich wichtig: Ich probiere gern mal neue Gerichte aus.

Grillen ist für mich mehr, als nur ein Stück Fleisch auf den Grill legen und sagen: „Das ist jetzt Grillen.“ Bei mir kommt jetzt auch mal Fisch, Burger, Pizza oder Nachtisch auf den Grill. Ich finde es super, die Gäste auch mal mit neuen Kreationen vom Grill zu überraschen.

Sind Sie eher der Typ Hobbygriller oder Gourmetgriller?

Ich würde mich selbst als „Qualitätsgriller“ beschreiben. Das heißt, mir ist als Gastgeber sehr wichtig, dass die verwendeten Lebensmittel wie Steaks und Beilagen von ausgezeichneter Qualität sind – das gilt natürlich auch für das Equipment. Und ich versuche mich auch beim Grillen immer weiter zu verbessern. Das ist wie beim Fußball. Da muss man sich auch immer weiterentwickeln und neue Dinge lernen.

Was kommt bei Ihnen meistens auf den Grill?

Mein Lieblingsgericht vom Grill ist ein saftiges Rumpsteak, perfekt auf den Punkt gegrillt. Das liegt dann ungefähr auf der gleichen Stufe wie der Schweinebraten von meiner Oma.