Beim Grillen werden regelmäßig Umweltsünden begangen. Eine Studie vom TÜV Rheinland zeigt jedoch auf, wie einige davon vermieden werden können. So lassen sich etwa 20 Prozent der beim Grillen entstehenden Emissionen vermeiden, wenn man auf Rindfleisch und Grillkäse verzichtet.

Stattdessen sollten mehr Gemüse, Würstchen oder Schweinefleisch auf dem Grillrost landen. Besonders interessierte und bewusste Verbraucher können die Ökobilanzen der Lebensmittel recherchieren. Wenn diese nicht auffindbar sind, sollte beim Kauf auf Ökosiegel und nachhaltige Zertifizierungen geachtet werden. 

FAKTEN

  1. Der TÜV Rheinland hat eine Studie hinsichtlich der beim Grillen erzeugten klimaschädlichen Emissionen durchgeführt.
  2. Untersucht wurde die Herstellung der Grillgeräte, die Erzeugung des Grillguts, das Grillen selbst und die Entsorgung der Geräte.
  3. Dabei wurden die Auswirkungen von Treibhausgasen sowie die Energieeffizienz und der Rohstoffbedarf berücksichtigt.
  4. Aus der Studie geht hervor, dass beim Grillen 95 Prozent der anfallenden klimaschädlichen Emissionen durch das Grillgut verursacht werden.Denn hinsichtlich Erzeugung, Transport, Verkauf sowie Verwendung und Verwertung sind viele Fleischprodukte unökologisch. 

Auf Ökosiegel und Zertifizierungen achten

Auch die Auswahl des Geschirrs ist ein wesentlicher Faktor, um Emissionen zu vermeiden. Mehrweggeschirr ist aufgrund des materialintensiven Spülvorgangs sehr unökologisch. Auch das Benutzen von Papiergeschirr aus Recyclingpappe ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn aus der Pappe können Schadstoffe in die fettigen Lebensmittel übertragen werden.

Anders verhält es sich bei Papp-Produkten, die aus FSC-zertifizierter Frischfaser bestehen. Sie entstammen dem Konzept des Forest Stewardship Council. Bei dieser verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung wird für jeden verarbeiteten Baum mindestens einer gleichwertig aufgeforstet.

Ebenfalls ökologisch sinnvoll sind unbeschichtete Zuckerrohr-Teller, die aus dem Abfallprodukt Bagasse hergestellt werden. Weiterhin sollten Holzbestecke und Kaltgetränke-Becher aus dem Bio-Kunststoff PLA (Maisstärke) benutzt werden. 

Nicht erneuerbare Ressourcen schonen

Es bestehen also zahlreiche Möglichkeiten, um eine ökologisch korrekte Grillfeier auf die Beine zu stellen. Denn es gibt mittlerweile viele Einwegartikel, die zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Mais oder Zuckerrohr bestehen. Sie sind darüber hinaus vollständig kompostierbar und damit auch hinsichtlich der Entsorgung nachhaltig.

Wenn eine Kompostierung vor Ort nicht möglich ist, kann jedes dieser Produkte aufgrund des dualen Systems wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden.

Auch die Auswahl der Grillgeräte beeinflusst die erzeugten klimaschädlichen Emissionen. Der Elektrogrill schneidet dabei am günstigsten ab, weil er am wenigsten CO2 produziert. Dahinter folgen der konventionelle Holzkohlegrill sowie der Gas- und zuletzt der Einweggrill. Auch in puncto Materialverbrauch schneiden Gas- und Einweggrill am schlechtesten ab. Der Gasgrill wird aus der nicht erneuerbaren Ressource Butan hergestellt und der Einweggrill kann eben nur einmal benutzt werden.

Tipp: Weitere Informationen finden Sie unter tuv.com.