Die Meere sind leer gefischt und bald werden dort nicht mehr genügend Fische für alle zu finden sein: Mythen wie diese malen eine schwarze Zukunft des Wildfischens.

Kommt bald kein Kabeljau oder Hering aus den Ozeanen dieser Erde mehr auf den Teller? Müssen wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir sie heute essen, weil dann nichts mehr für morgen übrig bleibt? Experten des Vereins Fisch-Informationszentrum geben Entwarnung: Der Ertrag von Fisch aus dem Meer ist seit vielen Jahren konstant bei 90 Millionen Tonnen im Jahr und vielen Fischbeständen gehe es inzwischen deutlich besser als früher.

Der Verband stellt fest: „Natürlich hat nicht jeder Mensch den gleichen Zugang zu Meeresfisch“. Aber: „Für den europäischen Markt wird auch weiterhin genügend Fisch vorhanden sein.“

Gestiegenes Bewusstsein

Gerade deshalb ist es umso wichtiger, mit den vorhandenen Beständen sorgsam umzugehen und auf nachhaltige und transparente Fischerei zu achten. Viele Verbraucher tun das bereits und zeigen damit, dass sie wissen wollen woher ihr Essen kommt. Schließlich isst jeder Deutsche durchschnittlich 16 Kilo Fisch pro Jahr.

Die gestiegene Aufmerksamkeit der Kunden hat positive Auswirkungen, wie Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer des Vereins Fisch-Informationszentrum, weiß: „Gerade die letzten zehn Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass infolge eines gestiegenen Bewusstseins der Verbraucher für einen nachhaltigen Fischfang Initiativen zur Förderung einer bestandserhaltenden Fischerei und umweltgerechten Aquakultur im Markt etabliert werden konnten.“

Diese neue Dimension der Nachfrage habe ohne Zweifel der nachhaltig praktizierten Fischerei die notwendige Unterstützung gegeben, so der Experte – und das weltweit.

Unabhängige Siegel

Fisch aus verantwortungsvoller Aquakultur erkennt man zum Beispiel an Siegeln wie MSC oder ASC. Die Abkürzung ASC steht für eine unabhängige Organisation, die auf Initiative des WWF gegründet wurde, das „Aquaculture Stewardship Council“. Dieses Siegel dürfen Fischhersteller nur auf ihre Packungen drucken, wenn sie auch ökologische und soziale Aspekte beachten.

Es muss beispielsweise rückverfolgbar sein, wie die Fische gefüttert wurden, ob die Wasserqualität geprüft wird und auch, unter welchen Bedingungen die Angestellten auf der Fischfarm arbeiten. Ebenso weist das MSC-Siegel auf Produkte hin, die aus umweltverträglichen und verantwortungsbewussten Fischereibetrieben stammen.

Datenbank online

Matthias Keller weist darauf hin, dass die Fischwirtschaft in Deutschland seit dem Jahr 2009 dem Verbraucher ermöglicht, über die Datenbank www.fisch-bestaende-online.de selbst das genaue Fanggebiet eines Produkts zu recherchieren.

Dort findet man Informationen zum Zustand der Fischbestände und zu allen weiteren Aspekten, die für die Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Fischerei wichtig sind. Die Informationen wurden von unabhängigen Experten zusammengetragen und bieten damit eine Alternative zu Siegeln und Einkaufsführern.

Gewissheit und Vorfreude

Wie profitiere ich als Konsument davon, wenn ich nachhaltig gefangenen Fisch kaufe? „Der Vorteil liegt eindeutig in der Gewissheit und Vorfreude, auch zukünftig noch Fisch und Meeresfrüchte ohne Reue genießen zu können“, erklärt Dr. Matthias Keller. „Denn nur wenn die Fischbestände und Aquakulturen langfristig nachhaltig bewirtschaftet werden, haben wir die Sicherheit, dass auch in Zukunft ausreichend Fisch und Meeresfrüchte gefangen werden.“